Prof. Dr. jur. Michael H. Meub

 

 

Hochschule Mittweida - University of Applied Sciences

Lernerfolgskontrolle: Arbeitsrecht


Fenster schließen

Die nachfolgende Lernerfolgskontrolle in Multiple-Choice-Form enthält Fragen zum Arbeitsrecht. Für die Beantwortung der Fragen und die anschließende Auswertung muss JavaScript aktiviert sein.

Kreuzen Sie bitte die jeweils richtige Antwort an (es können eine, mehrere oder alle Antworten richtig sein). Eine Antwortalternative gilt nur dann als richtig, wenn sie vollständig bzw. auch die in ihr enthaltene Begründung richtig ist. Danach erhalten Sie eine Auswertung.



1. Sind die arbeitsrechtlichen Gesetze dispositiv oder zwingend?

a. Sie sind für beide Vertragsparteien generell dispositiv.

b. Sie sind, mit einigen Ausnahmen (z. B. § 615 BGB), einseitig zwingend zugunsten des Arbeitnehmers.

c. Sie sind, abgesehen von einigen Ausnahmen, einseitig zwingend zugunsten des Arbeitgebers.

d. Sie sind für beide Vertragsparteien immer zwingend.

 

2. Bei der Einordnung eines Dienstpflichtigen als Arbeitnehmer oder als Selbstständiger sprechen für die Rechtsstellung als Selbstständiger

a. die Erbringung der Dienstleistung ohne fremde oder mit Hilfe eigener Werkzeuge und Mittel;

b. die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit bei der Erfüllung der Dienstpflichten;

c. die Arbeitsleistung kann auf Dritte delegiert werden;

d. eine Tätigkeit für mehrere Dienstberechtigte ist möglich;

e. eine fehlende oder geringe Fachaufsicht.

 

3. Fall:
Fa. F stellt Betriebswirt B am 01.02. zum 01.07. ein. Der auch mit B vereinbarte Standartarbeitsvertrag der Fa. F sieht beiderseits während der dreimonatigen Probezeit eine 14-tägige, danach eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Monatsende vor. Die Geschäftsleitung der Fa. F beschließt Anfang März des gleichen Jahres, die Abteilung, in der B arbeiten sollte, ersatzlos aufzulösen. Zu welchem Zeitpunkt kann Fa. F den Vertrag kündigen?

a. F kann noch im März mit Wirkung zum 30.06. kündigen.

b. F kann zwar schon im März, aber erst mit Wirkung zum 30.09. kündigen.

c. F darf erst im Juli mit Wirkung zum 30.09. kündigen.

d. F muss B den Arbeitsantritt ermöglichen und kann dann während der Probezeit kündigen.

 

4. Wie Fall in vorangegangener Frage. Steht B ein Lohnanspruch zu?

a. B steht kein Gehalt zu.

b. B hat einen Ausgleichsanspruch für die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Vertragsschluss.

c. B steht für 3 Monate Gehalt zu.

d. B hat rechnerisch Anspruch auf 6 Monate Gehalt.

 

5. Fall:
Im tariflich nicht gebundenen Unternehmen U ist die 35 Stundenwoche bei arbeitsfreiem Samstag mit allen Arbeitnehmern vereinbart. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 7 Stunden; Werkschluss ist 16.00 Uhr. Wegen eines überraschend zustande gekommenen, fristgebundenen Auslandsauftrags will die Geschäftsleitung die in der Produktion beschäftigten Mitarbeiter anweisen, länger zu arbeiten. Die Geschäftsführung will wissen, ob an rund 20 Tagen Überstunden über den normalen Dienstschluss hinaus angeordnet werden können und wenn ja, wie viele?

a. Ohne entsprechende Betriebsvereinbarung oder Regelung im Tarifvertrag sind Überstunden generell unzulässig.

b. Eine Mehrarbeit von höchstens einer Stunde pro Tag ist zulässig.

c. Eine Mehrarbeit von höchstens zwei Stunden pro Tag ist zulässig.

d. Eine Mehrarbeit von höchstens drei Stunden pro Tag ist zulässig.

e. Eine Mehrarbeit von höchstens vier Stunden pro Tag ist zulässig.

 

6. Wie Fall in vorangegangener Frage. Weiterhin will die Geschäftsführung wissen, ob gegebenenfalls eine zusätzliche Vergütung zu zahlen ist.

a. Überstunden müssen abgefeiert werden (Freizeitausgleich).

b. Überstunden sind immer zu vergüten.

c. Überstunden sind nur dann zu vergüten, wenn dies einzel- oder tarifvertraglich oder durch Betriebsvereinbarung geregelt ist.

 

7. Nach allgemein gängiger Definition ist Lohn der als Gegenleistung für die Arbeitsleistung bestimmte geldwerte Vorteil. Mithin zählen zum Lohn:

a. die kostenbegünstigte Abgabe von Waren oder Dienstleistungen (Naturallohn);

b. der Auslagenersatz (wie Spesenvergütung);

c. Provisionen;

d. Boni und Prämien;

e. Entschädigungen für eine vorzeitige Vertragsbeendigung.

 

8. Aus der „Treuepflicht“ des Arbeitnehmers ergeben sich verschiedene vertragliche Nebenpflichten gegenüber dem Arbeitgeber. Welche der nachfolgend genannten Möglichkeiten gehören hierzu?

a. Jeden krankheitsbedingten Arbeitsausfall unverzüglich anzuzeigen.

b. Ruf- oder kreditschädigende Äußerungen zu unterlassen, selbst wenn sie objektiv wahr sind.

c. Vor Aufnahme einer Nebentätigkeit generell die Einwilligung des Arbeitgebers einzuholen.

d. Die Persönlichkeitsrechte anderer Arbeitnehmer zu achten.

e. Keine Annahme von Schmiergeldern.

 

9. Benennen Sie die Gründe, aus denen ein Arbeitsverhältnis auch ohne Kündigung endet:

a. Betriebsübergang.

b. Betriebsstilllegung.

c. Insolvenz.

d. Tod des Arbeitnehmers.

e. Tod des Arbeitgebers.

 

10. Zu den verhaltensbedingten Kündigungsgründen zählen:

a. wiederholte Arbeitsverweigerung;

b. Wegfall der Arbeits- oder Berufserlaubnis;

c. Umstellung der Produktionsmethoden;

d. Schlechtarbeit;

e. häufiges Zuspätkommen.